Menschen führen Menschen

Woher kommen Sie?

Ob kleine Vortragsübung oder Monsterkonzert: Wer sein Publikum erreichen will, muss sich seiner Herkunft bewusst sein. Ob mit oder ohne Berater, ob strukturiert und mit einem Konzept oder zufällig und ohne Strategiearbeit: Vorbilder sind sich ihrer Möglichkeiten und Grenzen von Adaption, Interpretation, Improvisation oder des Ad-hoc-Komponierens stets bewusst.

Unabdingbar für den Erfolg ist auch, dass man sich vor dem inneren Auge das Publikum, ja einzelne Zuhörer vorstellt und sich eine Inszenierung zurechtlegt. Dass man sich auf kommunikative Szenarien einlässt. Wie muss der Klangkörper ausgestaltet sein? Wie die Rolle der einzelnen Instrumente? Und wie sollen sich die Künstler untereinander mitteilen und wie die Formation mit dem Publikum interagieren? In provokanter Verweigerung oder empathischem Dialog? Ohne dass jeweils das individuelle psychologische Dreieck von Grundbedürfnissen, Zielen und zugewiesener Rolle und Aufgabe ins Lot kommt, sind Spitzenleistungen kaum möglich.

Wohin wollen Sie?

Der Weg ist das Ziel. Entscheidend ist in dieser Phase ein geschicktes Design von Projekt und Prozess. Auch hier stehen Leader in der Verantwortung. Doch muss zuerst jeder einzelne eine Reise tun und sich fragen: Baue ich auf Konvention und Tradition? Oder schwöre ich jeglicher Musikalität ab und will Tonalität und Takt hinter mir lassen? Also radikal improvisieren und Neuland suchen? Oder doch auf Liedmaterial, Komposition und Arrangement setzen? Was dann auch fürs Kollektiv hiesse, sich mit Kadenzen, Skalen, Phrasen, neuen Akkordfolgen und Reharmonisierungen auf die Suche machen nach harmonischem Gepräge, klanglichem Gerüst und dem Gefüge von Zusammenspiel. Engineering sozusagen.

Gestalten, entwickeln, üben Sie!

Wer als Bandleader solcherart die Vision in sich trägt und Zukunft vorlebt, ist gefordert. Es gilt, Musiker, allesamt Meister ihres Faches, zusammenzuführen, das sogenannte Humane Kapital nutzen zu lernen, die Organisation zu entwickeln, den Prozess zu begleiten. Es gilt, dass volle Potential einzelner zu erkennen und ihnen engagiert beizustehen. Das Kollektiv will zusammengeschweisst und trainiert und das grosse Werk will gemeinsam analysiert, reflektiert und verinnerlicht werden. Arbeit und Mühsal pur in der Gegenwart. Jede und jeder muss üben: am Instrument, an der Stimme, an sich selbst. Auch Dirigenten. Vielleicht mithilfe eines Coach oder eines Sparringpartners. Alle müssen sie bereit sein, die Möglichkeiten auszuloten, die die Beschlüsse und Rahmenbedingungen mit sich bringen.

Experimentieren Sie!

Wer dann noch klare Vorstellungen hat, an wen man sich richten will mit Leistung, Botschaft, Hörerlebnis, darf getrost auf den grossen Coup hoffen. Es gibt sie zuhauf, die Möglichkeiten, das Unmögliche zu denken und das Ganze in seinen Elementen erfahrbar zu machen. Sei es als Stationen eines Dramas, als Wechsel der Teile wie Sätze einer Sonate, als Serie von Bildern - oder als Erforschung von Struktur im Chaos von „Musik“ ohne Takt und Tonalität. Für Dirigenten heisst das stets: sensibilisieren, organisieren, orchestrieren!

Bündeln Sie Ihre ganze Kraft!

Steht das ganze Unternehmen auf dem Spiel? Geht es um das überlebenswichtige Innovationsprojekt, welches gemäss Mission die Aufgabe hat, Zukunft zu ergründen und vorzubereiten? Die Luft wird je länger je dünner, die Nerven liegen blank. Alle sind mit sich selbst und dann wieder mit dem Ganzen beschäftigt. Wer führt, wird einsam. Glücklich ist, wer frühzeitig für die „richtigen“ Freunde gesorgt hat. Sie erst jetzt zu suchen wäre zu spät.

Jetzt ist Führung und Kommunikation mit Fingerspitzengefühl gefragt, Weitblick und ein Gefühl für das Wesentliche und für die Beziehungen zwischen den Individuen. Vielleicht ist professionelle Unterstützung gefragt, die Sicht und die Eindrücke eines Sparringpartners. Es braucht das Training für den letzten Schliff, den gestärkten Geist, die aufgerührte Seele. Wo bleibt da Platz für Dissonanzen, Polyfonie, Dialektik?

Es bleibt diese eine Pflicht: zu dienen!

Was soll es sein: Feuerwerk, Philharmonie, Struktur im Chaos? Ätherische Wucht, besonders orchestrierte Stimmen oder erhebende Solidarität? Der Schub geradliniger Rhythmik oder die Sicherheit kompakter Formen? Ein Auf und Ab, ein Hin und Her, ein Für oder Dagegen. In jedem Fall bleibt die Pflicht, dem Publikum zu begegnen. Und die Aufgabe, für ein Hörerleben zu sorgen. In der Hoffnung, dass am Ende die Medien darüber berichten und die Menschen angeregt auf die Strasse treten: wohlgemut parlierend und mit vielfältigen Erinnerungen. Ganz so wie glückliche Mitarbeitende nach einem arbeitsreichen Tag oder Kundinnen und Kunden nach einem tollen Erlebnis.

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