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Anregungen für eine praktische Politik

Wenn ein alt Bundesrat in die Tasten greift, um sich über Demokratie, Markt und Emotionen zu schreiben, muss er wissen, was er tut. Sonst läuft er Gefahr, hart kritisiert oder gar verspottet zu werden. Ausser er suche eben diese Kritik.

Auch wenn der Gastbeitrag von Kaspar Villiger in der NZZ etwas sperrig geschrieben ist, ist er in seiner Form der 27 Anstösse für politisches Handeln in einer Demokratie, die stets um richtige Entscheide bemüht ist, handlich und praktisch genug, um zum Nachdenken anzuregen. Es geht um das Räderwerk von Menschen, Anreizen, Macht, Politik, Wettbewerb, Kosten, Selbstverantwortung und anderes mehr.

Da steht dann zu lesen: „Politik muss sich an ethischen und ordnungspolitischen Prinzipien orientieren. Sonst geht sie in die Irre.“ Oder: „Politik verlangt langfristiges, konzeptionelles und ordnungspolitisch sauberes Denken, wenn ein Land nachhaltig erfolgreich sein soll. An den Zielen muss stets beharrlich festgehalten werden, aber die Suche nach dem besten und gangbaren Weg zu den Zielen verlangt politische Flexibilität […]. Deshalb ist Denken in Alternativen nützlich, auch wenn die Alternative nicht wie gedacht eintritt.“

Da war doch andernorts in einem Hinweis auf eine universitäre Studie kürzlich zu lesen, dass wer zu sehr an Plan B arbeite, damit den eigenen Plan A unmittelbar torpediere. Vielleicht ist ja alles eine Frage des Masses. Vielleicht ist das Denken in Szenarien einfach etwas wesentlich anderes als das Arbeiten an einem konkreten Plan B… Mehr