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Frauen scheitern nicht zufällig an Selbstzweifeln

Der Frauenstreik kann positiv in Erinnerung bleiben. Ja, er sollte und kann dies, meint Margrit Stamm, emeritierte Professorin für Erziehungswissenschaften. Aber nur, wenn Männer und Frauen nicht gegeneinander ausgespielt, sondern die entwicklungspsychologische Perspektive von allen Seiten zur Kenntnis genommen werden. Auch von Unternehmerinnen und Unternehmern.

Die Kindheit präge, meint sie, und spricht den Kern möglicher Massnahmen in der Erziehung an, die massgeblich zur späteren Gleichstellung beitragen könnten. Sie spricht von einer Erziehung, die „soziale Kompetenzen nicht weiterhin und überdimensional den Mädchen zuordnet, sondern diese vor allem darin unterstützt, Risikobereitschaft, Durchsetzungsfähigkeit und Eigenwilligkeit zu entwickeln.“

Angesprochen sind die Stereotypen, die den jungen Mädchen das sozial Gute zuschreiben, sie also in der Rolle der souveränen Anpassungswilligen sehen (sozial integer und vermittelnd), während Junge zanken und raufen dürfen und dabei früh lernen, mit Niederlagen, Frust, Abgrenzung und Ansprüchen umzugehen. Doch Fähigkeiten haben dürfe nicht mit kompetent sein gleichgesetzt werden. Alle sind gefordert, als Vorbilder privat und in Beruf das eigene Modellverhalten zu überdenken. Mehr