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Individuell sein in Zeiten des Ich-Theaters

Wir leben in Zeiten des Individualismus. Das ist nicht neu! Neu ist eher, dass sich der Identitätsbegriff in den vergangenen zwei Jahrzehnten tendenziell vom Individum losgelöst und sich auf Gruppen ausgelagert habe, schreibt Roman Bucheli. Nun grenzten sich nicht mehr Individuen, sondern Gruppen voneinander ab und betonten dabei nach innen deren Homogenität.

Nun spannt Bucheli den Bogen weiter, von der neu drohenden Gefahr der Gruppenidentität über Social Profiling und Datenspuren im Netz zu der völlig überflüssigen Frage "Wer bist du?" Denn der Mensch werde reduziert zum binären Subjekt. Was unweigerlich zu einer Dauerkrise der Identiät führe.

Was jetzt Not tut: «Es reicht, wenn die Zumutungen einer stets prekären Identität ausgehalten werden, wenn sich das Ich beweglich hält und Unsicherheit nicht als Gefährdung, [sondern] vielmehr als Gewinn betrachtet.» Das setze vor allem Widerstand gegen den Herdentrieb voraus. Und bedeute vor allem Arbeit am Selbst. Immer wieder. - Was wiederum gar nicht so neu klingt. Mehr