News & Media

Auch Massenmedien müssen Position beziehen

Es wäre einfältig zu glauben, dass über alles berichtet werden muss. Wer seine Rechte und Werte verteidigen wolle, müsse mit Information vorsichtiger umgehen, meint der Philosoph und Informationsethiker Luciano Floridi von der Universität Oxford im Interview mit der NZZ. Er fürchte den News-Teufelskreis, wo immer weniger objektiv informiert und Nachrichten immer mehr zur Konkurrenzsache würden.

Ihn überzeuge die Devise nicht, dass alles neutral sei; dass es also im Falle der „alten“ Massenmedien  nur eine objektive Berichterstattung brauche. Oder dass es im Falle der neuen Medien keine Einmischung in den Betrieb der digitalen Plattformen bedürfe.

Es brauche mehr: Fakten müssten nicht nur präsentiert, sondern auch eingeordnet und interpretiert werden. Vor allem soziale Medien müssten rasch eine viel grössere Verantwortung übernehmen. Denn sie würden jene „Infosphäre“, jenes Umfeld einer digitalen Kommunikationswelt schaffen, in welchem wir am meisten Zeit verbringen.

Dazu bräuchten wir eine transatlantische Einigung darüber, wie wir mit den Social Media umgehen wollten, neue rechtliche Strukturen und neue ethische Normen. „Gesetze verbieten gewisse Handlungen, aber es gibt auch Dinge, die wir nicht tun oder nicht tun sollten, weil es sich nicht gehört.“ Mehr