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Gute Bildungspolitik ist beste Wirtschaftspolitik

Die Bildungsökonomie versteht unter Bildung eine Art Investition in Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten der Bevölkerung, sodass die Menschen ihre Arbeit produktiver ausüben und Innovationen entwickeln können. Das schreibt Ludger Wössmann Volkswirtschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München in der NZZ.

Die Forschung bestätige den eigentlich einfachen Zusammenhang, dass je höher die Bildungsleistung, desto höher die Wirtschaftsleistung. Dabei wirke sich Schulbildung nur insoweit wirtschaftlich aus, als sie auch tatsächlich Kompetenzen vermittle. „Zusätzlich zeigt sich, dass sich sowohl Bildungsbasis in der Breite der Bevölkerung als auch eine genügend grosse Leistungsspitze auf das Wirtschaftswachstum auswirke.“ Entsprechend wenig Sinn mache es, Bildung in der Breite gegen Spitzenleistung von Eliten auszuspielen.

In dem Masse allerdings, wie Menschen mit guter Bildung am Arbeitsmarkt erfolgreicher seien, trage dies zu Ungleichheit bei. Darum müsse die Politik versuchen, möglichst vielen Menschen gerade aus benachteiligten Schichten eine gute Bildung zu vermitteln. Dazu gehört, einen funktionierenden Ordnungsrahmen für ein Bildungssystem mit guten Anreizen zu schaffen, sodass Schüler und Lehrer für ihre je eigene Aufgabe motiviert ans Werk gehen würden.

Gelinge es weiter, Schulen in ihrer Wahl, wie sie gesteckte Ziele autonom erreichen wollen, viel Freiheit zu gewähren und dabei freie Trägerschaft mit staatlicher Finanzierung geschickt zu verbinden, entstehe Wettbewerb um Schüler und beste Konzepte – Grundstein für gute Bildungspolitik, die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nach sich ziehe.

Was nicht heissen darf, dass sich Bildungsinhalte allein nur nach ökonomischen Prämissen, also nach kurzfristigen Erwartungen und Nutzendenken der Wirtschaft zu richten hat…