Archiv 2016

9. Januar 2016, Gymnasiale Bildung

Sparen! Die Sicht eines Gymi-Rektors

Zeit ist ein wichtiger Wert in der gymnasialen Bildung: Zeit für den Erwerb von Wissen und Fertigkeiten, ohne sogleich den Zweck zu sehen. Soviel ist sicher für Christoph Widmer, Rektor der Zürcher Kantonsschule Enge und Präsident der Schulleiterkonferenz Zürich. Und er ist überzeugt: „Es braucht Mut, Bildung zu finanzieren.“ Und wenn schon sparen, dann „nichts streichen, das irreversibel  ist. Also für die Sparzeit auf Punkte setzen, die nicht Schaden anrichten, der nicht wiedergutzumachen ist.“

Universitäten oder ETHs dürften Exzellenz beanspruchen, und da die Gymnasien deren wichtigste Zubringer sind, „muss man uns auch die Chance auf Exzellenz zugestehen: durch hohe Ansprüche und dadurch, dass man gute Leute einstellt.“ Über Eliten, Klassengrössen, Lohnkürzungen, den Sinn von Freifächern oder die Qualität von Klassen, die „widerständig“ sind im Denken, äussert sich Widmer im Interview mit dem Tages-Anzeiger.


9. Januar 2016, Bildungswesen Schweiz

Was gilt nun für den Bildungsraum Schweiz?

Aus Fürsorge für ein nachhaltig erfolgreiches Bildungssystem Schweiz mit hoher Qualität bei hoher Durchlässigkeit streiten sich die Experten. Und nun soll bei der Bildung noch gespart werden. Ist zentrale Steuerung oder föderal geteilte Verantwortung bei gemeinsam verabschiedeten Zielen das richtige Rezept, um Begabungspotential, Systemwissen, Bildungsmonitoring, die mögliche Dynamik des Systems und anderes mehr klug zu nutzen? Um auf Digitalisierung, neues Lernen oder Spardruck zu reagieren?

Solange Meinungen geteilt, der Dialog nicht versiegt und der Mut, einander gut zuzuhören, gegeben sind, ist Erkenntnis zum Guten möglich. Den Schlagabtausch liefern sich Hans Ambühl, Generalsekretär der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), und Hans Zbinden, bis Ende 2015 Präsident der Eidgenössischen Fachhochschulkommission.

Wo genau sollen Bildungspolitiker nun sparen? Nicht überall etwas und nirgends richtig, sondern dort, wo es mit einer einzelnen Massnahme, die zudem mit dem System bestens verträglich ist, viel auf einmal zu sparen gibt. Das schreibt der NZZ-Journalist Michael Furger und nennt drei Bereiche hierzu: Weniger Sonderpädagogik, ein oder zwei Schüler mehr pro Klasse (die in den letzten Jahren offensichtlich geschrumpft wären) und weniger Hochschulfächer.

Hans Ambühl
Hans Zbinden