Archiv 2015-1

16 Juli 2015, Neuromarketing

Marketing mit Hirn?

Wer einkauft oder sich für ein Produkt entscheidet, nutzt sein Gehirn. Bild der Wissenschaft beschreibt denn das Gehirn auch als Entscheidungsmaschine. Und wer begreift, wie diese Maschine funktioniert, hat Zugang zu völlig neuen Methoden für künftiges Marketing. So die Hoffnung.

Noch ist es nicht soweit, noch sind herkömmliche Marketinginstrumente effizienter. Wer die Fakten zur Kenntnis nimmt weiss, dass dies auch noch länger so bleiben wird. Selbst wenn sich mit Big Data die Datenhaufen der weltweit vermessenen Gehirne besser deuten lassen. Denn vieles ist noch reine Interpretation und kaum zu verallgemeinern. Da geben die Spuren in den Social Media schon heute mehr her fürs Marketing, sagen Fachleute.


16. Juli 2015, Marketing

Real Time Advertising – Neue Werber brauche das Land

Das Real Time Advertising ist ein neues Konzept, bei dem Online-Werbefläche in Echtzeit versteigert wird. Ein Internetsurfer klickt zum Beispiel eine Webseite an. Innert Bruchteilen von Sekunden wird der auf der Seite vorgesehene Werbeplatz über eine Werbebörse offeriert, dem Meistbietenden zugeschlagen und dessen Inhalte dann umgehend auf obiger Webseite des Surfers publiziert. Ohne Zutun von Menschen.

Algorithmen entscheiden also, schreibt Constantin Gillies in der Handelszeitung vom 16. Juli (Seite 30). Er fragte bei diversen Fachleuten nach und kommt zum Schluss, dass in wenigen Jahren zwar Entscheidungen rund um die Markenführung wesentlich von aggregierten und aufbereiteten Daten gefällt würden. Je mehr Technik, desto mehr Dateningenieure benötige die Werbebranche, um nach Stimmungsschwankungen zu suchen und Entscheidungen danach auszurichten. Doch immer noch seinen kreative Köpfe und Denker gefordert, um Arbeitshypothese und Richtung vorzugeben - bevor die Datenanalysten anfangen könnten mit suchen.


12.Juli 2015, Management

Lob auf die Skepsis als Kultur der Nach-Fragens!

Wer glaubt und überzeugt, gewinnt. Überzeugung als Grundkraft und Handwerk von Sportlern, Managern, Mentaltrainern, Politikern: Darüber schreibt der deutsche Literaturwissenschaftler Manfred Schneider in seinem Feuilleton-Artikel in der NZZ. Allerdings votiert er für mehr Skepsis im Alltag, für mehr Mut und Zeit zum Nach-Denken – als notwendiges Korrektiv zum Handeln mit „falschen, zu Überzeugungen geschärften Wahrheiten“, mit denen so manche Führungskraft ihre Schlachten gewinnt. 

Während Helden angeblich das Fürchten nicht kennen und viele Akteure der neueren Geschichte ebenso wenig den Zweifel, zeigten Skeptiker eine „Haltung, die mit Vorbehalten lebt und sich vorstellen kann, dass errungene Einsicht, die getroffene Entscheidung [oder] der rechtliche Standpunkt überprüft und womöglich geändert werden müssen“. Und weiter: „Die skeptische Haltung pflege nicht den prinzipiellen Zweifel, sie ist nicht der Feind, sondern der besonnene Freund der Überzeugung.“ Sie leiste einen prinzipiellen Verzicht auf dogmatische Positionen.

Die Überzeugung verbrauche kaum Zuschauer-Aufmerksamkeit und benötige weniger Zeit als der Vorbehalt, der sich bisweilen langatmig zwischen Ja und Nein ausbreiten müsse, schreibt Schneider. „Es wäre viel gewonnen, wenn in den kleinen und grossen Fragen der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft […] der Skepsis, der zweiten Prüfung, der Zeit und dem wiederholten Nachdenken neues Ansehen verschafft würden.“


10. Juli 2015, Management

Wider den Perfektionismus

Neu ist die Botschaft nicht: dass man Fehler zulassen und daraus Lehren ziehen möge. Denn nur so sei Fortschritt überhaupt erst möglich. Trotzdem plädiert GEO-Redakteur Jürgen Schaefer in seinem neuen Buch mit Leidenschaft dafür, Fehler und Irrtümer zuzulassen. Er illustriert das mit zahlreichen Beispielen.

Und mehr noch: Er zeichnet überaus deutlich nach, dass Perfektionismus und mithin das Streben nach Abläufen möglichst ohne Störungen zwar nachvollziehbar, aber gefährlich sind. Denn wer nichts mehr riskiert, riskiert den Stillstand!

Das Buch macht Mut, das kleine und grosse Scheitern im Geschäftsalltag mit einem Lächeln zu quittieren und darin gleichzeitig Chancen zu sehen, sich stetig weiterzuentwickeln.


5. Juli  2015, Internet Trends

Völlig unerwartet, aber wahr!

Mit Speck fängt man Mäuse. Der Speck der jungen Generation mit ihren Smartphones und Tablets sind Bilder und vor allem Videos. Doch diese Erkenntnis allein reicht nicht. Wer Junge mit eigenen Marketing-Botschaften erreichen will, benötigt beim Einsatz Sozialer Medien eine klare Videostrategie. Aber Achtung: keine Querformate! Nein, fürs Hochformat muss alles optimiert sein, sollen die Konsumenten das Video auf ihrem Smartphones zum Beispiel via Snapchat auch zu Ende sehen! Der wahre Grund: Snapchat ist in Hochformat konzipiert - da wollen Nutzer nicht jedes Mal bei jedem Video das Handy drehen. Logisch, nicht!?

Menschen verhalten sich immer wieder mal irrational. Weitere Einsichten zum Umgang mit Inhalten auf digtialen Medien im Kurzbericht von contently.com zum Internet Trend Report von Mary Meeker.


5. Juli 2015, Führung

Interner Wettbewerb muss fair sein

Der neue Chef der Credit Suisse (CS), Tidjane Thiam, hat mit dem Schweizer Startrainer Ottmar Hitzfeld etwas gemeinsam: beide sind grosse Anhänger von internem Wettbewerb und von Fairness. Erwünsche Entwicklungen sind nach Thiam nicht selten „die Folge davon, dass die Geschäftseinheiten um das Kapital wetteifern müssten. Selbstverständlich muss dies auf eine faire und transparente Weise geschehen“, lässt er sich in der NZZ vernehmen.

Der Weg, auf dem man zu einer Lösung komme, sei ebenso bedeutsam wie die Lösung selbst. „Ich will, dass die Mitarbeitenden mit mir kooperieren und verstehen, was ich machen will. Damit steigen die Erfolgschancen. Ich bin nicht jemand, der alle drei Monate eine neue Vision verkündet. Das ist nicht mein Stil.“ Gut gesagt! Daran wird er zu messen sein.


4. Juli 2015, Innovationsmanagement

Mit Angst lässt sich Innovation nicht handhaben...

Wohl aber mit einem geschärften Bewusstsein für Veränderungen, mit Neugierde und Offenheit und gutem Handwerkt, mit einem Gespür für Sinn stiftende Strategien und geschicktem Management. Überlegungen und Simulationen entlang von Geschäftsmodellen sind da in jedem Fall hilfreich. Überhaupt empfiehlt es sich gerade heute, Innovationen in vom Kerngeschäft (auch finanziell) klar getrennten Geschäftseinheiten zu entwickeln und voranzutreiben.

Darüber hinaus empfiehlt Björnar Jensen vom Beratungsunternehmen Deloitte Schweiz in der Handelszeitung vom 2. Juli den Unternehmen, für klare Innovationsziele und eine Balance zwischen Investitionen im Kerngeschäft, in angrenzenden Geschäften und im (digitalen) Neugeschäft zu sorgen. Er benennt aufgrund eigener Studien unter anderem fünf Kriterien, auf das sich Management konzentrieren möchte:

a) Das Management in den drei Geschäftsbereichstypen erfordert unterschiedliche Fähigkeiten; b) Je weiter weg vom Kerngeschäft Innovationen erwartet werden, desto wichtiger werden neue, getrennte Geschäftsstrukturen; c) Innovationen bedürfen gesonderter Finanzierung; d) Wichtig ist, neue Muster, Trends, Kundenverhalten und –nutzen rechtzeitig zu antizipieren, was oft nur unter ganz neuen strategischen Vorzeichen und im Rahmen neuer Teams möglich wird; e) Anfänglich mit neuen quantitativen und qualitativen Kennzahlen experimentieren lernen, um anvisierter Kundenutzen und künftige Wertschöpfung zu reflektieren.

Vielerorts greift die Angst um sich, angesichts eines regelrechten Hypes um Big Data etwas zu verpassen. Angst aber ist gefährlich. Wer sich dagegen mit Bedacht, aber mutig an die Sache heranwagt, betriebsintern die vielen vorhandenen Ideen und Ressourcen geschickt zusammenführt und vereint und bereit ist, rasch Erfahrungen zu sammeln, dabei die Organisation aber nicht überfordert und gleichzeitig Risiken professionell zu managen weiss, hat beste Aussichten auf Erfolg.

Mehr auch in der Deloitte-Studie «Innovation – Neu erfunden»


28. Juni 2015, Digitale Technologie

Digitale Technologien etablieren sich rasend schnell

Neue digitale Technologien verbreiten sich immer schneller und etablieren sich im Markt innert kürzester Zeit. Da bleibt nicht viel Zeit zum Reagieren. Die Zeitung Finanz und Wirtschaft hat dies in einer einfachen Grafik eindrücklich visualisiert.


28. Juni 2015, Forschung

Drei neue Nationale Forschungsprojekte

Der Schweizerische Nationalfonds lanciert im Auftrag des Bundesrates drei neue Nationale Forschungsprogramm (NFP) zu den Themen „Gesundheitsversorgung“, „Antimikrobielle Resistenz“ sowie „Big Data“. Jedes der Programme läuft über fünf Jahre, das Gesamtbudget beträgt 65 Millionen Franken.


25. Juni 2015, Soziale Technologien

Geben wir unsere Freiheit leichtfertig preis?

Wir benutzen, recherchieren, teilen oder kaufen im Netz Apps, Bücher, Intimes oder Schuhe. Wir geben dauernd Informationen und Privates freiwillig preis und kritisieren im gleichen Atemzug den mangelnden Datenschutz durch die Politik oder die Abhörpraktiken des amerikanischen Geheimdienstes.

Mit  jedem Klick würden sich die Machtverhältnisse zwischen Bürgern und Institutionen verschieben, das glauben Harald Welzer und Michael Pauen in ihrem neuen Buch "Autonomie – Eine Verteidigung". Soziale Technologien mit ihren digitalen Datenströmen verführten die Menschen immer mehr dazu, die eigene Autonomie zu opfern. Wenn auch ungewollt.

Ohne Freiheit und Autonomie sind Individualismus und Privatsphäre nicht denkbar. Doch es  sei diese selbst gewählte Konformität, die Individualismus und Privatsphäre gefährdeten, analysieren die beiden Autoren. Sie fordern denn auch zu digitaler Zurückhaltung auf,  um die eigene Autonomie und die der Mitbürger zu wahren und so Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Mehr dazu in der Buchkritik von Spektrum der Wissenschaft.


25. Juni 2015, Sharing Economy

Teilen lernen geht über studieren

Schweizerinnen und Schweizer sind offen fürs Teilen. Entsprechend wachsen Unternehmen mit entsprechenden Angeboten und steigen die Investitionen in diesen Bereichen. Die Zeit ist auch für etablierte Unternehmen, die in ihrem Geschäftsfeld noch nicht direkt betroffen sind, reif für Überlegungen und Experimente. Das schreibt das Beratungsunternehmen Deloitte in einer neuen Studie unter dem Titel „Sharing Economy: Teile und verdiene! - Wo steht die Schweiz?“.

Nicht überraschend empfehlen die Verfasser den Unternehmen, nicht zuzuwarten, sondern zu agieren und Erfahrungen auf allen Ebenen zu sammeln. Es gelte, das Konzept und das Potential im eignen Geschäft zu verstehen, einen ersten Tätigkeitsbereich sowie die dazu passenden Investitionsmodelle (Aufbau oder Zukauf) zu wählen und neue Geschäftsmodelle auszuprobieren.

Teilen statt Besitzen: Diese Logik hat zwingend Folgen für eine Unternehmenskultur. Wer bereit sei zu experimentieren, tue dies am besten in einer eigenen Geschäftseinheit. Ein allfälliges Scheitern sei so besser zu bewältigen.

Studie Deloitte

Wie KMUs vorgehen könnten, um mit geschickt verwerteten Datenhaufen Kundennutzen zu generieren, erläutert auch Donald Kossmann vom Institut für Informationssysteme der ETH Zürich in einem Gespräch mit der NZZ. Zuerst das konkrete Problem identifizieren. Dann laut nachdenken, wie denn ein mögliche Lösung aussehen könnte, wäre man allwissend. Und erst danach ein IT-Lösung implementieren lassen. Aber auch das erst, wenn klar ist, dass geeignete Daten überhaupt verfügbar sind. Scheint logisch, wären da nicht die vielen Hürden des Alltags.


25. Juni 2015, Führung

Was für die Schweiz gilt, gilt für uns selbst ebenso

Erinnerung müsse zukunftstauglich sein; und so benötige die Schweiz ein realistisches Selbstbild. Dazu gehöre ein intaktes Geschichtsverständnis. Denn Erinnerungen und Geschichte würden uns helfen zu verstehen, wie wir - jede und jeder einzelne und wir alle zusammen - zu dem wurden, was wir sind. Davon sprach Bundesrat Alain Berset, Vorsteher des Eidgenössichen Departments des Innern (EDI), jüngst in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung 1515 Marignano im Landesmuseum Zürich.

Und darüber sprach er auch im Vortrag vom 27. Mai am Schweizerischen Institut für Auslandforschung (SIAF) an der Universität Zürich, wo er gegen Schluss festhielt: „Keine Zukunft ohne Herkunft.[…]Keine Herkunft ohne Zukunft.“

Was für die Schweiz, die „Erinnerungsnation mit Zukunft“, und ihre Bürgerinnen und Bürger wichtig ist, gilt wohl ebenso für Wirtschaft und Wissenschaft und deren Verantwortliche auf allen Stufen: Es ist wichtig zu lernen in realistischen Szenarien und Handlungsoptionen zu denken. Dazu gehören Erinnern und Vergessen. Damit Herkunft und Zukunft im Kleinen wie im Grossen Bestand haben.


25. Juni 2015, Wissenstransfer

Wenn Natur und Medizin das Engineering inspirieren

Im Dezember 2014 gründeten die Universität und die ETH Zürich das neue Wyss Translational Center. Ziel ist, akademisch ausgereifte Erfindungen gezielt und rasch zu kommerzialisieren, um konkrete Wirkungen in der Gesellschaft zu erreichen (nachzulesen im der NZZ am Sonntag vom 14. Juni 2015). Ausgereifte Ideen aus der regenerativen Medizin und der Robotik sollen mittels gezielter Produktentwicklung und klinischer Studien für Patienten nutzbar werden. Zum Beispiel über neue Jungunternehmen (Start-ups).

Dazu sollen Hochschulen, Firmen, Institutionen, vor allem aber Menschen mit Mut und Intuitionen, also Forschende, Praktiker, Manager, Konkurrenten, Geldgeber, aber auch Interessierte aus der Politik recht eigentlich gezwungen werden, mit Neugierde und Interesse übliche Grenzen querdenkend zu überschreiten. Auch das ist eine Art Geschäftsmodell. Vorgespurt hat Wyss diesen Weg bereits mit seinem Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering an der Harvard University.

ETH Zürich
Harvard University

25. Juni 2015, Lobbyismus

Wenn Lobbyisten losgelassen…

Nüchtern betrachtet hatte Christa Markwalder mit ihrem Auftritt im Parlament einfach Interessen vertreten, damals im Juni 2013. Nicht nur ihre eigenen, klar. Ob der Zweck die Mittel heiligt, war aber erst in diesen Wochen, dafür intensiv und über Tage Gegenstand  auf allen medialen Kanälen. Denn die wahren Hintergründe lagen plötzlich auf dem Tisch, schön drapiert von Unbekannt.

Was in Sachen Lobbying einer Demokratie zuträglich ist oder eben nicht, hat Viktor Parma im Magazin des Tages-Anzeigers vom 20. Juni zur Debatte gestellt. Und prompt die Diskussion in die Chefetagen bekannter Lobbyfirmen katapultiert. Nachlesen und nachdenken in jedem Fall empfohlen. Weniger eindeutig ist, wer nun richtig liegt und wer welche Lehren ziehen wird.

Das Magazin
Portal
persönlich

22. Juni 2015, Führung

Das geht nicht!

Öffentlich einem Spieler die Schuld zuschieben, gehe nicht, meint Startrainer Ottmar Hitzfeld im Interview mit der Handelszeitung. Für die Motivation sei „ein offener, ehrlicher Umgang [wichtig], das Ansprechen von Fehlern, aber stets mit Respekt.“ Und logisch müsse man Klartext reden, aber beleidigen müsse man die Leute nicht. Ottmar Hitzfeld über Verantwortung, Hierarchie im Team und aktiv gelebte Konkurrenz in der Mannschaft…


20.6.2015, HSG Alumni Forum

Innovation lässt sich nicht verbieten

Das Internet bringt unsern Alltag, die physische Welt der Menschen und der Dinge, digital zusammen. Weltweit und kostengünstig. Auch dank der Tatsache, dass Sensoren und Antriebsgeräte immer kleiner werden. Das Internet der Dinge und die damit verbundene Macht über Maschinen und Menschen war Thema am jüngsten HSG Alumni Forum 2015.

Aus den Dingen selbst, dem Internet, den auf den Dingen festgeschriebenen Funktionalitäten und eben neu den IT-basierten zusätzlichen Angeboten zur Messung, Steuerung und Regelung etwa via Handy entstehen entlang der Wertschöpfungskette neue Digital Services. Dr. Alexander Ilic, der Direktor des Audio-ID Labs der ETH Zürich, forderte denn auch auf, proaktiv und mit Neugierde und Freude an die neuen Herausforderungen heranzugehen, nicht mit Angat.

Ohne Ziele und eine klare Strategie lohne sich das Sammeln von Daten und der Aufbau neuer Dienstleistungen allerdings nicht. Wichtig sei, dass man sich iterativ an neue Lösungen herantaste, Ideen prototypisch entwickle und so Erfahrungen sammle. Von oben herab verordnen führe dagegen kaum zum Erfolg.

Mit dem Erschliessen neuer Technologien bleibe es auch Aufgabe der Forschung und der Wirtschaft, sich gleichzeitig und proaktiv mit den Fragen rund um den Datenschutz und das Recht auf Vergessen auseinanderzusetzen. Ohne entsprechende Fortschritte würden Neuerungen in der Bevölkerung auf die Dauer kaum genügend akzeptiert. Unsicherheit aber schadet dem Geschäft. 

Thomas Amberg, Gründer von Yaler.net und Organisator des Internet of Things Zurich Meetup, hielt in seinem Referat unter anderem lapidar fest: „Menschen brauchen keine Erlaubnis, um innovativ zu sein!“ Ergänzen liesse sich: Mitarbeitende und Interessierte mit einbeziehen, Freiräume schaffen sowie klare Rahmenbedingungen formulieren, hilft einem Unternehmen schon sehr, um weiter voranzukommen...

Referate (Folien)
Bilder-
Galerie

16. Juni 2015, Führung

Mit dem Blick fürs Ganze orientieren und motivieren

Wer gut führt, besitzt meist den klaren Blick fürs Ganze und kann begeistern und motivieren. Das allein ist schon schwer genug. Und doch genügt es nicht ganz, meint Alistair Cox von Hays plc in seinem Blog. Wer gut führt, zählt auf seine Mitarbeitenden und informiert, ermutigt und befähigt sie so gut wie möglich und stets von neuem, sodass diese das Unternehmen in vielen seinen Facetten (fast) ebenso gut verstehen wie das Management. Und in der Folge als Botschafter des Unternehmens auch handeln und dieses repräsentieren.


15.6.2015, Medien

Langweilige News?

Täglich werden es immer mehr, und in immer schnellerer Kadenz erreichen sie uns: Nachrichten! Täuscht der Eindruck, dass ob der schieren Menge Relevanz wie Qualität sinken? in seinem neuen Buch „Die Nachrichten – eine Gebrauchsanweisung“ nimmt der deutsch-schweizerische Philosoph Alain de Botton sich des Themas an. Und meint, Nachrichten hätten recht wenig mit unserem Alltag zu tun. Stefan von Bergen hat das Buch gelesen und berichtet in der Berner Zeitung von de Botton’s Gebrauchsanweisungen.


15. Juni 2015, Journalismus

Drei Ideen, Journalismus anders zu denken

Wer den Mut aufbringt quer zu denken, entdeckt Erstaunliches! In seinem Beitrag im Deutschlandradio Kultur hinterfragt Jakob Schmid die Relevanz von Schnelligkeit als prägendem Merkmal von Nachrichten und entdeckt drei neue Prinzipien von alternativem Journalismus: Langsamkeit, Subjektivität sowie Unabhängigkeit. Und alle sie erzählen Geschichten.


12. Juni 2015, Medien und Marken

Markenpflege in Zeiten neuer Newsplattformen

Nach Facebook legt Apple nach: beide wollen sie Newsplattformen zum Erfolg bringen, indem sie von überall auf der Welt die besten Nachrichten aggregieren. Dafür benötigen sie die Inhalte, die andere produzieren und bisher in ihren eigenen Kanälen vertrieben haben.

Haben die Verlage mit ihren bisher erfolgreichen Medien-Marken nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera? Fallen Zeitungen auseinander, entkoppeln sich Inhalte definitiv von ihren Trägermedien? Die Debatte über Identität und Selbstverständnis von Verlagen und ihren Journalisten steht an, zu Ende geführt ist sie noch lange nicht. Dazu Christian Meier in "Die Welt".


10. Juni 2015, Führung

Vor allzu selbstsicheren CEOs wird gewarnt!

An Selbstdisziplin mangle es den Topmanagern nicht, dafür sei Selbstüberschätzung in der Führungsetage vieler Unternehmen umso verbreiteter, schreibt und berichtet die Finanzmarktforscherin Ulrike Malmendier, die kürzlich am Swiss Economic Forum eine viel beachtete Rede hielt.

Behavioral Finance fragt, wie Menschen sich verhalten, wenn nicht als „homo oeconomicus“, also aufgrund perfekter Informationen rein rational. Erfolgsverwöhnte, selbstsichere und stark in der Öffentlichkeit stehende und handelnde Chefs, denen Ruhm und Ehre zuteil wird, befassen sich offenbar eher weniger mit den unternehmensbezogenen Aktivitäten, aber oft zu sehr mit sich selbst und ihren Fremdmandaten. Darunter litten vor allem Firmen mit schwacher Corporate Governance. Darum plädiert Malmendier auch für faire Kontrollen und klare Regeln.


10. Juni 2015, Big Data

Neue Daten sind nicht per se dienlich!

Die Abstimmung über die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist Geschichte, das Schweizervolk hat Ja gesagt. Wir dürfen also Daten erheben, neue Fragen stellen und auf Erkenntnisse und Antworten hoffen. Was bleibt, ist die Aufgabe zu entscheiden. Doch was tun, wenn wir erfahren, was wir nie wissen wollten?

Interessante Erkenntnisse im Umgang mit immer neuem Wissen, das wir mittels neuer Datenhaufen generieren, zeigt etwa das Interview von Theres Lüthi mit der Humangenetikerin Sabina Gallati. Die Erkenntnisse daraus, wie über neue Technologien gesellschaftlich sinnvoll zu debattieren ist, lassen sich leicht übertragen. Gespräche zu führen zum Umgang mit Big Data, bleibt anspruchsvoll. Für alle und noch für längere Zeit.


9. Juni 2015, Organisationen im Wandel

Neue Muster für die Führungsarbeit

Experten weltweit sprechen unverhohlen von einer von Technologie getriebenen, gesellschaftlichen Revolution. Eine neue Studie namens New Work Order nennt denn auch als Treiber dieser Entwicklung das Internet der Dinge, flexibilisierte Arbeitsformen, die alternde Gesellschaft, der Bedarf an Wissensarbeiterinnen und -abeitern, zum Teil obsolet werdende Geschäftsmodelle, die durch neue ersetzt werden müssen, oder auch kulturelle Faktoren als Folge dieser Veränderungen.

So suchen Mitarbeitende vermehrt und bewusster den Sinn in ihre Arbeit. Oder die heterogenen, international zusammengesetzten Teams, wo Werte, Lebensstile und unterschiedliche Arbeitsvorstellungen aufeinander prallen oder auch Spannungen zwischen Jung und Alt auftreten, müssen aktiver denn je gemanagt werden. Das verlangt neue Muster in der Führungsarbeit...

Witzige Einführung ins Internet der Dinge mit dem Video der Universität St.Gallen/HSG:


9. Juni 2015, Hochschulpolitik

Glaube an die Macht des qualitativen Denkens

Das Schweizer Forschungsmagazin Horizonte nennt den Ägyptologen, Hochschulpolitiker und abtretenden Rektor der Universität Basel Antonio Loprieno die «Seele der schweizerischen Universitäten». Loprieno kehrt in die Wissenschaft zurück, aber nicht ohne sich noch einmal zu äussern zu Bologna, zu privatem Hochschulsponsoring sowie zu Universitätsrankings. Oder gerade deswegen.


7. Juni 2015

Big Data für KMU

Ob in der Industrie, der Medizin oder der Politik, alle möchten den neuen Rohstoff des 21. Jahrhunderts nutzen: grosse Mengen an unstrukturierten Datenhaufen, von denen wir jeden Tag immer schneller immer mehr produzieren. Manchmal ohne es zu wissen.

KMU sind gut beraten, die Ressource Information ernst zu nehmen und mit Strategie, guter Governance und Organisation gut zu verwalten, schreibt Christioph Hönighaus, CEO von Trivadis, in der neusten kmuRUNDSCHAU. Dazu müssten sich Unternehmen langfristig intern Teams mit Wissen und Kompetenzen aufbauen, aber auch externe Spezialisten beiziehen. Vor allem aber müssten sie bereit sein, Lehrgeld zu bezahlen für die unumgänglichen kleinen Schritte hin zur Tauglichkleit von angewandter Data Science in der Praxis. 


Juni 2015, Kommunikation

Gut kommuniziert, wer sich selbst kennt

Der Hamburger Psychologe Friedemann Schulz von Thun weiss, was Kommuniation ausmacht und wie sie wirkt und ist dafür weltweit berühmt. Seine Modelle taugen auch bestens für die Medienwissenschaft oder im Coaching. Gemeinsam mit dem Tübinger Kommunikationsforscher Bernhard Pörksen hat Schulz von Thun im Buch «Kommunikation als Lebenskunst» das Wesentliche seiner Erkenntnisse zusammengefasst.

Es gibt zwar keine Patentrezepte zu lesen, aber die Art unserer Verständigung hat offensichtlich grossen Einfluss auf unser Lebensgefühl. Für Führungskräfte besonders wichtig: Schulz von Thun und Pörksen haben ein Ideal der "integralen Führungskraft" entwickelt und fordern nun auf zu akzeptieren, dass der Mensch unvermeidlich unzulänglich sei. So gesehen kann Kommunizieren auch glücklich machen.


20. Mai 2015, Risikotoleranz

Risiken bewusst ins Auge schauen können

Solange die Welt in Ordnung ist, glauben die allermeisten von uns, bestens gerüstet zu sein und bereit, um den möglichen Risiken vernünftig begegnen zu können. Wenn die Börse steigt, ist kaufen kein Problem. Doch ziehen Gewitter auf und tauchen die Börsenkurse, wird voreilig verkauft. Von der in guten Zeiten überschätzen persönlichen Risikotoleranz bleibt dann nicht mehr viel übrig.

Die Verhaltenswissenschaft will vom Finanzmarkt lernen. Dabei gibt sich der Finanzmarktökonom und Volkswirtschafter Thorsten Hens von der Universität Zürich in seinem Beitrag in der NZZ überzeugt: Mit Training an Simulatioren und damit systematisch erarbeiteter Erfahrung lasse sich persönliche Risikotoleranz erlernen.


7. Mai 2015, Unternehmenskultur

Wo ist Führung gefragt - und wo nicht?

Eine Kultur in einem Unternehmen ist unter anderem dann gut, wenn die Mitarbeitenden gut geführt werden. Keine leichte Aufgabe! Umso leichter läuft man tagäglich Gefahr, ins Fettnäpfchen zu treten. 

Jörg Neumann, Trainer und selbständiger Unternehmensberater, schreibt in seinem neuen Buch, dass sich erfolgreiche Führung lernen lasse, und illustriert dies praxisnah an 30 Verhaltensregeln. Er unterscheidet bei seinen leicht lesbaren Tipps zwischen wertschätzend, konsequent und innovativ...


Mai 2015, Qualität von Hochschulen

Aus OAQ wird AAQ

Seit Anfang 2015 gilt in der Schweiz das neue HFKG, das Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz. Es organisiert und regelt die Zusammenarbeit von ETH, Universitäten sowie Fach- und pädagogischen Hochschulen in der Schweiz im Auftrag des Bundes und der Politik.

Das Gesetz schafft auf neue Grundlagen für die Qualitätssicherung und Akkreditierung der Hochschullandschaft Schweiz. Grund genug, die bisherige Organisation mit dem Kürzel OAQ neu als Agentur zu bezeichnen und neu zu benennen: Schweizerische Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung, kur AAQ.


29. April 2015, Qualität in den Medien

Wissenschaftsjournalismus auf dem Rückzug?

Seit Jahrzehnten beobachtet Stephan Russ-Mohl die Entwicklung des Wissenschaftsjournalismus kritisch. Nun ortet er illusionslos eine Veränderung der Ökonomie der Aufmerksamkeit hin zu einer der Desinformation. Was nicht heissen soll, dass man den Kampf um Qualität auch im Wissenschaftsjournalismus - der nota bene nicht gleichzusetzen ist mit Wissenschafts-PR und Wissenschaftskommunikation - schon preisgeben soll. Vielmehr dient ihm Sisyphus als Vorbild - druchaus im Guten.


15. April 2015, Zukunft Medizin

Neue Strukturen für die universitäre Medizin

Eine immer älter werdende Gesellschaft, eine immer präzisere individuelle Diagnose, massgeschneiderte Therapie dsank weltweit geteiltem Wissen oder generell höhere Ansprüche der Bevölkerung: die universitäre Medizin ist herausgefordert! Das postulieren die beiden Professoren der Universität Zürich, Christoph Hock und Greogor Zünd in der NZZ. Da könnte das Modell weg von einer Kultur von separat agierenden Kliniken hin zu einer Organisation und Infrastruktur mit themenorientierten Clustern und einem Nebeneinander von medizinischer Versorgung, Forschung und Lehre wie am Standort Zürich Urständ feiern...


April 2015, Vernetzte Wirtschaft

Das Internet der Dinge revolutioniert die Wirtschaft

Produkte mit sogenannten smarten Eigenschaften sind intelligent, mit Funktionen umfangreich bestückt und bereit, sich jederzeit zu vernetzen, weltweit. Und das gilt nicht nur für einzelne Produkte, sondern für ganze Systeme. Das zwingt Unternehmen überall auf der Welt dazu, praktisch alles, was sie tun, grundsätzlich zu überdenken.

"Was ist eigentlich unser Geschäftsmodell?", lautet schlicht die Frage. Sich schon nur die Frage zu stellen, kann befreiend wirken. Im Harvard Business Manager, Heft 12/2014 liefert unter anderen Harvard-Professor Michel Porter einen Rahmen mit einem 10-Schritte-Programm für eine mögliche Strategieentwicklung, sodass Manager Unternehmen und Organisationen sicherer in die Zukunft führen können. Man muss er nur noch tun!